UOB in der Schule

Schulpädagogisches Konzept mit der „Urban Outreach Band“ (IfM Osnabrück / Profil Jazz)

Die Musikhochschule Osnabrück hat vor einem Jahr ein neues Ensemble ins Leben gerufen: In mehrern internen Auditions wurden 7 Studierende ausgewählt, die die Arbeit und das Selbstverständnis des Instituts repräsentieren und nach außen tragen sollen – daher auch der Name der Band.

In ihrem Gründungsjahr konnten die jungen Musiker diese Idee bereits in hervorragender Weise umsetzen. Bei Konzerten in Osnabrück, Bielefeld, Lingen / Ems, Köln, Dortmund und auf dem Internationalen Jazzfestival in Münster hat die Band mit ihrem selbstgeschriebenen Repertoire bereits ein Profil entwickeln können, das sowohl durch die Interaktion der einzelnen Musiker als auch deren individuelle solistische Leistungen positive Akzente setzen konnte. In einer ersten CD-Aufnahme wurde diese Arbeit bereits dokumentiert.

Die Zielsetzung der Hochschule war von Beginn an, den pädagogischen Wert eines solchen Ensembles herauszuarbeiten, und zwar in doppelter Hinsicht: Zum einen sollen den Studierenden durch „Freilandversuche“ alle Facetten ihres potentiellen Berufslebens vermittelt werden: Wichtige Details des Musikerdaseins wie An- und Abreise zu Auftritten, Verträge und Werbung sowie die Kommunikation im Umfeld sind innerhalb der Mauern einer Hochschule nicht so darstellbar wie unter echten Bedingungen. Dasselbe gilt für pädagogische Aufgaben – daher ist es für die Studierenden unerlässlich, so früh wie möglich mit Schulen und Schülern in Berührung zu kommen.

Andererseits bietet ein Ensemble wie die „Urban Outreach Band“ gerade Schulen eine hervorragende Möglichkeit, das große Thema „Jazz“ auf eine Weise kennen zu lernen, wie sie im regulären Unterricht ebenfalls kaum darstellbar ist. Entscheidende Bausteine dieser Musik können in ihrem Entstehungsprozess beobachtet und nachvollzogen werden. Dadurch werden die zentralen Fragen dieser Kunstform offenbar:

– Was genau ist eigentlich „Jazz“?

– Wie funktioniert eine Combo (wie die „Urban Outreach Band“)?

– Wie entsteht ein Arrangement?

– Was ist Improvisation?

Natürlich lassen sich diese Fragen auch beantworten, wenn man sie auf musikhistorische Weise angeht und anhand wichtiger Tonaufnahmen auf einzelne Aspekte eingeht. Aber um das „Innenleben“ einer Band kennenzulernen und musikalische Prozesse quasi „in Zeitlupe“ beobachten zu können, eignet sich nichts besser als ein lebendiges Ensemble als Anschauungsobjekt.

Die konkrete Umsetzung eines „pädagogischen Konzertes“ würde cirka 60 Minuten in Anspruch nehmen und sich aus musikalischen und moderierten Bausteinen zusammensetzen, aber auch Platz für Fragen und Diskussionen einplanen. Die musikalischen Bausteine würden von komplett
gespielten Stücken bis zur Vorstellung einzelner Details reichen – beispielsweise kleinen rhythmischen, melodischen oder harmonischen Elementen, die Auffächerung eines Arrangements in seine verschiedenen Klangschichten oder das Aufzeigen einzelner polyphoner Verzahnungen. Diese beispielhaften Details werden in den moderierten Teilen aufgegriffen, um die Aufklärung zentraler Fragen (wie den oben aufgelisteten) voranzutreiben. Und natürlich ist eine Diskussion wünschenswert – auch mit den Studierenden selber, um über rein technische Aspekte hinaus auf die emotionale Bedeutung dieser Musik zur Sprache zu bringen sowie die Motivation, sich ihr zu verschreiben.

Die potentielle Zielgruppe einer solchen musikpädagogischen Veranstaltung können Schüler aller gymnasialer Stufen sein: Natürlich erleichtert ein bestimmtes Vorwissen das Verständnis einzelner inhaltlicher Details. Aber die Faszination, eine richtige Band quasi werkstattartig bei ihrer Arbeit zuzusehen und den Entstehungsprozess von Musik und Improvisation verfolgen zu können, erzeugt nachhaltige Eindrücke auch schon bei Fünftklässlern.

In Belgien ist diese Form des anschaulichen Musikunterrichts schon seit vielen Jahren etabliert und von großem Erfolg gekennzeichnet. Einen ähnlichen Erfolg könnte sicherlich auch die Zusammenarbeit zwischen dem IfM mit der „Urban Outreach Band“ und Schulen mit der Offenheit für neue pädagogische Konzepte bedeuten.

Schulen und Musiklehrer, die an einer Lehrveranstaltung mit der Urban Outreach Band interessiert sind, nehmen bitte mit uns Kontakt auf.

Hier ein paar Eindrücke von vergangenen Veranstaltungen:

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